Wandern als “Wundermittel”?

“Wundermittel” Wandern?

Wandern ist gesund, macht fit und hält jung

Durchatmen, die Natur spüren, die Aussicht genießen. Wandern und Bergsteigen sind einfach gut für Körper und Seele. Wandern ist sowohl ein Mittel zur Prävention, als auch eine begleitende Therapie von Zivilisationskrankheiten. Egal aus welcher Altersgruppe, viele Wanderer und Wanderinnen wandern (auch), um ihre Gesundheit zu stärken. Gehen ist nicht nur die natürlichste und umweltfreundlichste Art der Bewegung, es hält auch Körper und Seele gesund. Aber ist Wandern wirklich die Rundum-Glücklich-Variante in Sachen Gesundheitsprävention & Sport?

Wandern und seine verschiedenen Wege zur Gesundheit

Ausdauerndes Gehen übt Einfluss auf den Fettstoffwechsel und unser Immunsystem aus. Wenn zusätzlich einige pulsbeschleunigende Anstiege zu bewältigen sind, profitiert auch der Kreislauf davon. Es braucht zwar ein wenig länger, sich so körperlich fit zu machen. Der Effekt hält dafür aber länger an und ist nicht durch Überforderung und Verletzungen (wie beim Leistungstraining) gefährdet. Nahezu nebenwirkungsfrei werden Herz, Kreislauf, Stoffwechsel und Atmung, Muskeln und Stützgerüst gestärkt, während das Risiko von Infarkt, Krebs und Diabetes um mehr als die Hälfte abnimmt.

Natürlich spielt dabei aber auch eine gewisse Regelmäßigkeit eine maßgebliche Rolle. Wer kontinuierlich in etwa 2.000 Kalorien/Woche für körperliche Bewegung verbrennt, ist deutlich weniger krank, wird schneller wieder gesund und lebt nachweislich länger. Besonders vorteilhaft ist, dass Wandern in seinen vielfältigen Formen ein ganzes Leben lang ausgeübt werden kann und selbst im hohen Alter noch nachweisbare Trainingseffekte zeigt. Nachfolgend möchten wir euch die gesundheitsfördernden Aspekte des Wanderns im Überblick aufzeigen!

Auswirkungen des Wanderns auf den Körper

Herz und Kreislauf
Regelmäßige und moderate Bewegung senkt das Risiko, an Herz-Kreislauf-Störungen zu erkranken. Wandern kann das Herz-Kreislauf-System stärken und zudem auch zu neurophysiologischen Verbesserungen führen.

Übergewicht
Bei einer leichten Wanderung verbrennt man ca. 350 Kcal pro Stunde, bei einer Wanderung im Gebirge steigt der Verbrauch auf 555 Kcal. Wandern stellt eine Ausdauersportart dar, die sich im Gegensatz zu anderen Ausdauersportarten auch noch von Menschen mit starkem Übergewicht durchführen lässt. Durch das hohe Eigengewicht verbrauchen gerade Übergewichtige mehr Energie als der Durchschnitt.

Bewegungsapparat
Wandern kann sich toll auf unsere unteren Extremitäten auswirken. So werden Knochen, Gelenke, Sehnen und Bänder stabilisiert bzw. gestärkt. Es kommt damit zu einer Entlastung der Knie und Hüftgelenke sowie zum Training der gesamten Haltemuskulatur des Körpers (Wirbelsäule, Körperhaltung). So kann auch das Verletzungsrisiko minimiert werden.

Immunsystem
Wandern hat auch hier positive Auswirkungen. Denn regelmäßige Bewegung bewirkt eine Stärkung des Immunsystems und damit eine geringere Anfälligkeit gegenüber Infektionskrankheiten!

Diabetes
Bewegung erhöht die gestörte Glukosetoleranz und Insulinsensitivität durch die Vermehrung der körpereigenen Insulinzellen. Besonders Wandern eignet sich dazu ideal, denn bei Diabetikern sind längere Belastungen mit niedriger Intensität, gegenüber kurzen Belastungen mit hoher Intensität vorzuziehen.

Atemwege
Regelmäßiges Wandern führt zur Vergrößerung des Atemzugvolumens und der Lungenvitalkapazität. Dies hat eine tiefere, regelmäßigere Atmung, eine geringere Atemfrequenz und eine bessere Durchblutung der Lunge zur Folge.

Alter
Regelmäßiges Gehen und Wandern von älteren Personen bewirkt eine Verbesserung der Kraftausdauer und neuromuskulären Koordination. Wandern verringert somit das potentiell höhere Sturzrisiko von Älteren und steigert die körperliche Leistungsfähigkeit.

Auswirkungen des Wanderns auf die Seele & Geist

Stimmungslage
Langandauerndes Gehen verstärkt die Produktion körpereigener Hormone und Botenstoffe wie Serotonin und Dopamin. Damit verbinden sich Gefühle des Wohlbefindens und Glücks!

Stress
Der Blick auf eine Landschaft kann helfen, Puls, Blutdruck und Muskeltonus zu senken und die Ausschüttung von Stresshormonen zu reduzieren. Länger andauernde körperliche Belastung ist also ein probates Mittel zum Abbau von akutem Stress.

Depression
Wandern oder regelmäßige Bewegung kann präventiv und therapeutisch bei leichten und mittleren Depressionen eingesetzt werden und kann eine antidepressive Wirkung erzielen.

Neurobiologische Zusammenhänge
Die wohltuenden Effekte von Bewegung auf unsere Hirnleistung, konnte bereits mehrfach gezeigt werden. Zum Beispiel nimmt die Durchblutung des Gehirns bei geringen Gehbewegungen zu, der altersbedingte Abbau von Nervengewebe hingegen wird verlangsamt. Zudem erhöht Wandern die Verzweigungs- und Erneuerungsrate von Hirnnervenzellen und steigert das geistige Leistungsvermögen!

Wie ihr seht, gibt es unzählige Möglichkeiten seinem Körper und Geist etwas Gutes zu tun und beim Wandern gelingt uns das am einfachsten! 😊

Aber ist Wandern nun ein „Wundermittel“?

Wundermittel gibt es nicht, Wandern ist aber auf alle Fälle ein hervorragendes Präventionsmittel! Ruhige Bewegung im Grünen beruhigt und entspannt. 90% der WanderInnen fühlen sich nach der Wanderung allgemein fitter, 80 % empfinden sich hinterher als deutlich zufriedener und 50% fühlen sich nach der Tour körperlich fitter. Ein weiterer Vorteil des Wanderns ist, dass es sich um ein ausgezeichnetes „Ausdauertraining“ für Herz und Hirn handelt, das immer und überall durchgeführt werden kann.

Risiken und Nebenwirkungen gibt es beim Wandern kaum – von einem Muskelkater nach einer langen Wanderung abgesehen. Trotz möglicher Glücksgefühle beim Wandern sollten aber Anfänger die Belastung auf den Körper nicht unterschätzen. Das heißt, man muss dem Körper Zeit geben, sich auf die Anforderungen einzustellen.

„Wandern in der Natur ist wie Therapie. Natur ist der einzig unbestrittene Wert, den wir zurzeit haben. Die Sinnpotenzen liegen in der Landschaft.“

 

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