Tipps für Wanderungen bei Regen

Tipps für Wanderungen bei Regen

Viele glauben, dass Wandern und Bergsport nur bei schönem Wetter Spaß machen können. Aber nein, auch Regen, Nebel und generell Schlechtwetter haben ihre Reize. Vor allem, weil es ein komplett anderes Erlebnis ist, das nicht weniger Freude machen muss. Wichtig ist, sich aufs schlechte Wetter einzulassen und die positiven Seiten zu (er)kennen.

Es gibt ja bekanntlich kein schlechtes Wetter, nur schlechte Ausrüstung. Wer sich also selbst von vermeintlichem Hundewetter nicht vom Wandern abhalten lassen möchte, kann sich mit unseren Tipps aufs Regenwandern vorbereiten – und wir garantieren: Auch das hat seine Reize!

Einstellungssache

Der erste Schritt, damit ihr auch bei schlechtem Wetter eure Freude am Berg und Outdoor-Sport habt, fängt bei euch selbst an. Wer schon mit schlechter Laune aus dem Haus geht, wird wenig Spaß an dem Abenteuer haben, auch wenn es sich nachher als viel besser herausstellt. Natürlich ist es schwierig, sich beim ersten Mal zu überwinden, aber keine Sorge, beim zweiten Mal wird die Überwindung schon viel leichter. Vor allem, weil man weiß, wie viel Spaß Outdoor-Sport auch bei Nebel und Regenwetter machen kann.

Denn die Natur hat bei sämtlichen Wetterlagen ihre Reize. Die Bezeichnung „Schlechtwetter“ ist eine Erfindung des Menschen. Tatsächlich hat die Landschaft gerade auch bei Regen ihre Vorzüge: Wenn es überall tropft und fließt, die Wolken schwer über den Bergen hängen und kaum eine Menschenseele draußen unterwegs ist, findet man sich in einer nahezu unwirklichen, mystischen Stimmung wieder.

Es ist die innere Herangehensweise, die darüber entscheidet, ob Regenwetter nun wirklich „Schlechtwetter“ ist oder nicht vielmehr eine willkommene Einladung, um die Natur von einer anderen Seite kennenzulernen – und vor allem: die dann vorherrschende Einsamkeit zu genießen.

Es kommt auf die Ausrüstung an

Gewappnet ins Nass! Wer einmal gut ausgestattet bei schlechtem Wetter unterwegs war, weiß, dass am Spruch „es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Bekleidung“ sehr wohl etwas dran ist. Um den Regen im Freien genießen zu können, bedarf es daher natürlich der entsprechenden Ausrüstung. So schön eine Regenwanderung auch sein kann: Ist man bis auf die Knochen durchnässt, wird man schwerlich die Vorzüge des nassen Wetters auf sich wirken lassen können.

Wer also eine Tour im Regen plant, sollte folgende Sachen dabeihaben oder gleich am Körper tragen:

  • Festes, wasserfestes Schuhwerk
  • Regenfeste Überhose
  • Regenjacke oder -Cape
  • Regenhülle für den Rucksack

Achtung: Gummistiefel stellen kein optimales Schuhwerk für eine Regenwanderung dar. Im Gelände bieten sie in der Regel nämlich keinen guten Halt – wasserfeste Bergschuhe sind Gummistiefeln daher vorzuziehen.

Das Wetter immer im Auge behalten

Grundsätzlich gilt: Bei Gewitter hat man im Gelände nichts verloren. Ob bei Regen auch Gewitter droht, liest man am besten aus dem aktuellen Wetterbericht heraus. Wird man trotz entsprechender Prognose von einem Gewitter überrascht, sollte man möglichst schnell wieder das Trockene aufsuchen. Daher empfehlen sich bei Regenwanderungen generell Touren, die talnah verlaufen – auch um schwieriges Gelände zu umgehen. Selbst wenn es „nur“ regnet – und nicht gewittert – hat man im alpinen Gelände nichts verloren. Nasser Untergrund heißt: rutschiger Untergrund und der erhöht die Gefahr von Stürzen erheblich.

Achtung: Wer von einem Gewitter überrascht wird, sollte keinesfalls einen Regenschirm benutzen. Das Metallende am Schirm – noch dazu als höchster Punkt – erhöht die Gefahr eines Blitzeinschlags erheblich!

Nicht ins Schwitzen kommen

Regen bei warmen Temperaturen hat schnell zur Folge, dass man unter den regenfesten Materialien schnell ins Schwitzen kommt. Atmungsaktive Funktionswäsche hat sich hierbei als oberste Schicht („Layer“) unter dem Regenschutz (Jacke oder Cape) bewährt.

Es ist viel leichter und angenehmer

Vor allem im Sommer hat das schlechte Wetter und der Regen einen angenehmen Nebeneffekt: Es ist nicht so verdammt heiß und anstrengend. Dadurch wird es nicht nötig, möglichst früh oder fast noch in der Nacht loszuziehen, damit man der Hitze entkommt, sondern man kann auch noch untertags starten. Und selbst dann macht die Feuchtigkeit, das Klima und die angenehme Luft den Aufstieg um einiges angenehmer. Schlechtes Wetter hat also nicht nur Nachteile.

Die Natur genießen

Zugegeben, schönes Wetter hat seine Reize: grenzenlose Weitsicht, ein Panorama wie aus dem Bilderbuch, Sonne und ein angenehmes Licht. Aber genauso hat die Natur bei schlechtem Wetter seine schönen Seiten. Es gibt nichts Entspannenderes als bei leichtem Nebel und Nieselregen durch einen Blätterwald zu gehen oder laufen, die angenehme Luft zu inhalieren, dem Rascheln der Regentropfen auf den Blättern zu lauschen und das satte Grün der Wiesen und Wälder zu bestaunen. Die Natur präsentiert sich komplett verändert und das ist das Schöne daran.

Man hat die Natur für sich allein

Schlechtes Wetter am Berg ist vor allem deswegen angenehm, weil man die Natur für sich allein hat. Oft trifft man bei Schlechtwetter keinen einzigen Menschen und selbst auf viel begangenen Routen ist wenig los. Das hat seine Reize, weil man das Erlebnis viel besser genießen kann. Wer schonmal die Ruhe ganz alleine auf einem Berggipfel genossen hat, weiß die Vorzüge zu schätzen.

Es gibt nichts Besseres, als die warme Dusche danach 😉

Du bist voller Dreck, ein wenig nass und von der Anstrengung ausgepowert. Nichts auf der ganzen Welt ist dann besser als eine schöne, lange und warme Dusche. Dann kommt auch gleich wieder die Lust auf ein neues Abenteuer im Regen.

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