Herbstwandern: Was es zu beachten gibt

Herbstwandern: Was es zu beachten gibt

Die frische, klare Bergluft einzuatmen und das prächtige Farbenspiel der Landschaft zu bestaunen: Der farbenfrohe Herbst lockt noch einmal viele Wanderer hinter dem Ofen hervor. Von nasskaltem Wetter und kürzeren Tagen solltet ihr euch die Lust auf eine Herbsttour durch die Berge nicht verderben lassen. Wir zeigen euch, wie ihr euch für das Wandern im Herbst am besten vorbereitet und was es dabei alles zu entdecken gibt.

Warum lohnt sich das Wandern im Herbst?

Bevor die letzten Blätter von den Bäumen fallen und die Wiesen unter einer weißen Schneedecke verschwinden, zeigt sich die Umgebung noch einmal in voller Pracht. Während im Sommer sattgrüne Almwiesen mit blumigen Farbtupfern das Bild prägen, taucht der Herbst die Landschaft in Gelb-, Rot- und Goldtöne und macht diese Jahreszeit zur farbenprächtigsten des ganzen Jahres. Oberhalb der Baumgrenze heben sich weiß angezuckerte Berggipfel imposant vom bunten Wald ab. Diese beeindruckende Fernsicht gibt uns Wanderern einen kleinen Vorgeschmack auf den nahenden Winter. Herumliegende Kastanien und leuchtende Blätter im Laubwald faszinieren bereits die Kleinsten und machen den Herbst so auch zu einer märchenhaften Wanderzeit für Familien mit Kindern.

Was ist bei einer Berg-Wanderung im Herbst anders als im Sommer?

So vielfältig wie die Landschaft kann sich aber auch das Wetter zeigen: Man muss mit Kälte und Nässe, aber auch mit strahlendem Sonnenschein und warmen Temperaturen rechnen – und das alles innerhalb einer Wanderung. Im Gegensatz zur Wanderung im Sommer solltet ihr deshalb besonders viel Wert auf die richtige Kleidung legen. Auch die Länge der Wandertour gehört sorgfältig geplant: Je weiter der Herbst voranschreitet, desto weniger Sonnenstunden bringt der Tag und es kann sein, dass ihr das Haus im Stockfinsteren verlassen müsst oder von der früh hereinbrechenden Dunkelheit überrascht werdet. Tageswanderungen und kurze Rundwanderwege eignen sich für die Wanderzeit im Herbst daher besser.

Was ist beim Wandern im Herbst zu beachten?

Hier gibt es mehrere Faktoren, die ihr beim Herbstwandern miteinbeziehen solltet:

Tourenplanung

Der Herbst beginnt gegen Ende September, von da an werden die Tage bis zum Winterbeginn merklich kürzer. Denkt bei der Routenplanung daran, rechtzeitig wieder umzukehren und plant lieber kürzere Wanderungen ein als im Sommer. Außerdem kann die Lage des Wanderweges entscheidend sein: Nordhänge oder schattige Waldstücke zeigen sich bereits im Herbst sehr kühl und feucht, mitunter auch eisglatt. In höher gelegenen Regionen kann es bereits ab September herunterschneien. Dort, wo sich kaum Sonne zeigt, kann der Schnee auch schon liegen bleiben.

Wetter

Die Gewitterzeit mit sintflutartigen Regengüssen ist vorbei. Der Herbst erweist sich oft stabiler als Frühling und Sommer mit ihren unerwarteten Wetterumschwüngen. Bei wechselhaftem Wetter müsst ihr jedoch beachten, dass Regen im Tal wenige hunderte Höhenmeter höher kräftigen Schneefall bedeuten kann. In höhergelegenen Gebieten beginnt im Herbst noch dazu die Sturmsaison. Besondere Vorsicht gilt dann bei Wanderungen durch den Wald.

Ausreichend Verpflegung

Spätestens Ende Oktober werden die meisten Almhütten und Berggasthöfe geschlossen. Bitte informiert euch vorab genau, ob auf eurer Route noch eine Verpflegungsstation geöffnet hat. Besser ist es jedoch, für eine Wanderung im Herbst genug Wasser und Proviant einzupacken.

Richtig ausgestattet für eine Wanderung im Herbst in den Bergen

Wie zu jeder anderen Jahreszeit heißt es auch bei einer Wanderung im Herbst, sich von Kopf bis Fuß klug zu kleiden. Wir verraten euch, worauf ihr besonders großen Wert legen solltet.

Mehrere Schichten für besten Komfort

  • Atmungsaktive Funktionswäsche (kurz oder lang je nach Temperatur)
  • Wander- oder Trekkingsocken
  • Kurzes oder langes Outdoorshirt oder dünne Midlayer-Jacke
  • Softshelljacke, Fleecejacke oder bei kühlerem Wetter auch Faserpelzjacke

Dieser sogenannte Zwiebellook hat den Vorteil, dass ihr Temperaturunterschiede besser ausgleichen könnt. Bevor ihr zu schwitzen beginnt, könnt ihr eine Schicht im Rucksack verstauen. Bläst beim Bergabgehen kühler Wind um die Ohren, dann schlüpft schnell wieder in die Windstopper-Jacke.

So bunt wie der Herbst darf auch gerne die Kleidung sein. An trüben, dunklen Tagen seid ihr bei Wanderungen in Straßennähe mit farbenfroher Kleidung besser sichtbar, Outdoorbekleidung mit Reflektoren erhöht die Sicherheit zusätzlich.

Wasserdichte Regenkleidung

Zumindest eine Regenjacke, optional auch eine Regenhose, solltet ihr in eurem Wanderrucksack packen. Trübt keine einzige Wolke den herbstlichen Sonnenschein, so dient die Regenjacke wenigstens als wasserdichte Sitzauflage auf feuchten Bänken oder kühlen Steinen. Ansonsten sollte die Regenjacke tatsächlich nur dann getragen werden, wenn es regnet. Wird Schlechtwetter prognostiziert, solltet ihr auch gleich an die Regenhose denken.

Wanderschuhe

Guter Grip ist beim Wanderschuh im Herbst besonders wichtig. Bodenfrost, nasse Blätter und feuchtes Gestein erhöhen die Rutschgefahr. Hochwertige Wanderschuhe verfügen über eine rutschfeste Sohle, ein griffiges Profil und geben dem Fuß Halt. Für leichte Wanderungen auf befestigten Wegen eignen sich Trekkingschuhe mit niedrigem Schaft. Wandern Sie über hügeliges, unebenes Gelände, sind Bergschuhe mit knöchelhohem Schaft zu empfehlen. Für die eher feuchten und kühlen Bedingungen im Herbst ist ein Schuh mit wasserdichter Membran den hoch atmungsaktiven Wanderschuhen ohne wasserdichte Funktion vorzuziehen.

Mütze, Handschuhe und Schal

Ab September gehören durchaus schon morgendliche Temperaturen um die 0 Grad zum Herbstprogramm. Mütze oder Stirnband, Handschuhe und eventuell ein Schal oder ein Multifunktionstuch zählen im Herbst zur Standardausrüstung im Rucksack. Doch auch bei Wanderungen in der Mittagssonne darf die Kopfbedeckung im windigen Gebirge nicht fehlen: Der frostige Nordwind kann einem die Wanderung ansonsten ordentlich vermiesen und die Anfälligkeit für Infekte steigt.

Weitere Ausrüstung für das Wandern im Herbst:

  • Stirnlampe: Die früh hereinbrechende Dunkelheit kann einen schneller überraschen, als man glaubt. Wir empfehlen daher immer eine Stirnlampe in den Rucksack zu packen!
  • Sonnenschutz und Sonnenbrille: Die kühleren Temperaturen im Herbst lassen nicht gleich an Kappe und Sonnencreme denken. Begleitet euch während der Wanderung strahlender Sonnenschein, solltet ihr Augen, Kopf und Haut dennoch gut schützen.

  • Trekkingstöcke: auf feuchtem Untergrund oder nassen Steinen können Trekkingstöcke im Herbst zusätzlich unterstützend sein, um die Trittsicherheit zu erhöhen.

  • Mehrtägige Wanderungen mit Übernachtung in der freien Natur: Neben der unverzichtbaren Trekking-Ausrüstung für Wandertouren solltet ihr im Herbst großen Wert auf eine dickere Isomatte und einen wärmenden Schlafsack legen, der es auch noch mit leichten Minustemperaturen aufnehmen kann.

Mit diesen Tipps kann beim Wandern im Herbst eigentlich nichts mehr schief gehen. Wir wünschen euch viel Spaß bei eurer Herbstwanderung! 😊

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